Ihr Recht in guten Händen!

Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und Betriebsräte    
Mietrecht    
Wohnungseigentumsrecht 

Wenn Sie eine Abmahnung erhalten haben, ist  Vorsicht geboten!

 

Neben der Kündigung bedeutet die Abmahnung ein ebenfalls sehr unangenehmes Ereignis im Arbeitsleben. Regelmäßig bedeutet eine Abmahnung die Gefahr einer folgenden Kündigung!

Das Instrument der Abmahnung hat sich das Bundesarbeitsgericht im Laufe der Jahrzehnte ausgedacht, weil der Arbeitgeber vor dem Ausspruch der Kündigung erstmal prüfen muss, ob er bei eigentlich verhaltensbedingetn Kündigungsgründen nicht doch noch ein gleichgeeignetes milderes Mittel zur Verfügung hat, um den Arbeitnehmer zu einem vertragsgemäßen Verhalten zu bewegen. Das folgt aus dem Grundsatz, dass die Kündigung das absolut letzte Mittel darstellt. Und das gleichgeeignte mildere Mittel ist eben regelmäßig die Abmahnung. Wir Juristen nennen es das Ultima-Ratio-Prinzip.

Mit der Abmahnung wird ein bestimmtes vertragswidriges Verhalten gerügt und werden für den Fall der Wiederholung arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung angedroht.

Das Gerücht ist nicht totzukriegen, dass eine Kündigung erst nach drei Abmahnung ausgesprochen werden darf. Das ist so nicht richtig. Es kommt auf die Art der Beanstandung an. Es gibt Verhaltensweisen, die tatsächlich öfter als nur einmal abgemahnt werden müssen – es gibt aber auch solche, die überhaupt keiner Abmahnung bedürfen, um die verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen. Pauschalen lassen sich hier keine ziehen.

Die Abmahnung ist gesetzlich nicht geregelt und unterliegt keiner Formvorschrift – sie kann also auch mündlich, telefonisch oder per SMS oder E-Mail ausgesprochen werden.

Eine Abmahnung muss nicht unbedingt sofort überprüft werden. Meistens reicht das auch noch im Rahmen eines Kündigungsschutzverfahrens aus. Grundsätzlich haben Sie aber einen Anspruch darauf, dass eine falsche Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Ebenfalls können Sie eine Gegendarstellung verfassen, welche zur Personalakte zu fügen ist.

Die Abmahnung hat aber durchaus ihre guten Seiten. Die Abmahnung rügt nämlich nicht nur ein vertragswidriges Verhalten und droht für den Wiederholungsfall die Kündigung an. Nein, sie sagt im Grunde auch „Und damit, lieber Arbeitnehmer,  ist für dieses Mal aber auch der Fall für mich erledigt. Mach es nur nicht noch einmal“. Es ist also für den Arbeitgeber nicht möglich, aus demselben Lebenssachverhalt abzumahnen und zu kündigen. Er muss sich schon entscheiden, ob er nun abmahnen oder kündigen will. Beides auf einmal geht nicht.

Vorsicht ist aber jetzt wirklich geboten, wenn Sie plötzlich mit einer Masse an nicht selten an den Haaren herbeigezogenen Abmahnungen überzogen werden. Mitunter sind das sogar gleich mehrere an einem Tag. Ist dies der Fall, riecht das stark nach einer alsbald folgenden Kündigung. Oder danach, dass man Sie solange unter Druck setzen möchte, bis Sie von sich aus selber das Arbeitsverhältnis kündigen. In einem solchen Fall ist die sofortige Kontaktaufnahme mit dem Anwalt dringend geboten!